Pause von Gel und Shellac: So erholen sich strapazierte Nägel nach dem Sommer
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag Beauty beautytipps.ch Lifestyle Magazine nachrichtenticker.ch Nailart News Produkte Regionen Schweiz Themen Verbreitung wellnessaktuell.ch xund24.ch
Ferien, Hochzeiten, Sommerfeste und Wochenenden am See sind Hochsaison für haltbare Maniküren. Gel und Shellac überstehen Wasser, Reisen und Alltag meist deutlich besser als klassischer Nagellack. Ende August zeigt sich jedoch bei manchen Händen die Kehrseite: Nach dem Entfernen wirken die Naturnägel plötzlich dünn, trocken, weich oder beginnen an den Spitzen zu splittern. Eine Pause kann dann sinnvoll sein. Entscheidend ist allerdings weniger, dass der Nagel „atmen“ muss, sondern dass weitere mechanische und chemische Belastungen ausbleiben.
Aggressives Abfeilen, Fräsen bis auf die Naturnagelplatte oder das Abziehen einer noch fest haftenden Beschichtung können obere Nagelschichten mitnehmen. Aceton trocknet zusätzlich Nagel und umgebende Haut aus. Die beste Regeneration besteht deshalb nicht aus einem Wundermittel, sondern aus möglichst wenig neuer Belastung, konsequenter Rückfettung, kurzen Nägeln und etwas Geduld. Ein beschädigter Bereich lässt sich nicht über Nacht reparieren: Er muss mit dem Nagel herauswachsen.
Warum gerade nach dem Sommer eine Nagelpause sinnvoll sein kann
Im Sommer häufen sich Anlässe, bei denen eine möglichst haltbare Maniküre praktisch erscheint. Vor den Ferien wird neu lackiert, für eine Hochzeit folgt die nächste Modellage und einige Wochen später steht bereits der nächste Termin im Nagelstudio an.
Problematisch ist dabei weniger eine einzelne Gel-Maniküre als eine Kombination aus wiederholtem Auftragen, Entfernen und erneuter Bearbeitung der Nagelplatte.
Dazu kommen typische Sommerbelastungen. Hände sind häufiger im Wasser, beim Baden wechseln lange Feuchtigkeitsphasen mit anschließendem Trocknen. Auch Haushalt, Reinigungsmittel und häufiges Händewaschen beanspruchen Nagel und Nagelhaut.
Nach mehreren lückenlos aufeinanderfolgenden Maniküren kann der Spätsommer deshalb ein guter Zeitpunkt sein, den tatsächlichen Zustand der Naturnägel anzusehen.
Sind sie stabil, glatt und beschwerdefrei, besteht kein zwingender Grund für eine lange Pause. Wirken sie dagegen dünn, empfindlich oder schuppig, lohnt sich eine Phase ohne neue Gelbeschichtung.
Gel, Gel-Lack und Shellac sind nicht genau dasselbe
Im Alltag werden die Begriffe häufig durcheinander verwendet.
Klassische Gelmodellagen erzeugen eine vergleichsweise feste Schicht und können auch zum Aufbau oder zur Verlängerung des Nagels verwendet werden. Bei der Entfernung wird das Material je nach System überwiegend abgefeilt oder abgefräst.
Gel-Lacke sind dünner und ähneln stärker einem klassischen Nagellack. Sie werden unter einer UV- oder LED-Lampe ausgehärtet und lassen sich bei entsprechenden „Soak-off“-Systemen mit einem acetonhaltigen Entferner anlösen.
„Shellac“ ist ursprünglich ein Markenname des Herstellers CND. Umgangssprachlich wird die Bezeichnung inzwischen häufig für dünne, unter Licht aushärtende und ablösbare Langzeitlacke verwendet.
Für die Nagelgesundheit ist diese Unterscheidung wichtig: Nicht jedes System wird auf dieselbe Weise entfernt. Ein Material, das abgefeilt werden muss, sollte nicht gewaltsam abgezogen werden. Ein Soak-off-Produkt wiederum muss nicht bis auf den Naturnagel heruntergefräst werden.
Warum die Nägel nach dem Entfernen plötzlich so dünn wirken
Die Nagelplatte besteht überwiegend aus dicht angeordnetem Keratin. Sie ist stabil, aber keineswegs unzerstörbar.
Beim Vorbereiten einer Modellage wird die Oberfläche je nach System angeraut. Erfolgt dieser Schritt sehr intensiv oder bei jeder neuen Maniküre erneut, kann die Platte zunehmend dünner werden.
Besonders kritisch ist häufig die Entfernung.
Eine bereits 2012 veröffentlichte dermatologische Fallserie dokumentierte bei Frauen nach Gel-Lack-Maniküren dünnere, brüchigere und splitternde Nägel. Als mögliche Belastungen wurden sowohl die Maniküre selbst als auch Aceton und manuelles Ablösen beschrieben.
Neuere wissenschaftliche Übersichten bestätigen das grundsätzliche Bild. Brüchigkeit und Aufsplittern gehören zu den am häufigsten beschriebenen Veränderungen im Zusammenhang mit Gel- und Hybridmaniküren.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Gel-Maniküre zwangsläufig Nägel schädigt. Technik, Häufigkeit und besonders die Entfernung spielen eine entscheidende Rolle.
Abziehen ist für den Naturnagel besonders ungünstig
Sobald sich Gel-Lack an einer Ecke hebt, ist die Versuchung gross, die gesamte Schicht abzuziehen.
Genau dabei können jedoch Teile der obersten Nagelplatte mitgerissen werden.
Die Verbindung zwischen Beschichtung und Nagel ist an manchen Stellen stärker als die Verbindung zwischen den einzelnen Keratinschichten des Nagels. Wird die Beschichtung mit Kraft abgehoben, können deshalb dünne Schichten der natürlichen Nageloberfläche daran haften bleiben.
Zurück bleibt ein Nagel, der matt, weisslich, rau oder deutlich dünner erscheint.
Die American Academy of Dermatology rät ausdrücklich davon ab, Gel-Lack abzupicken oder mit Werkzeugen gewaltsam abzuheben.
Das gilt auch dann, wenn sich bereits die Hälfte scheinbar problemlos lösen lässt. Entscheidend ist die Stelle, an der das Produkt noch fest haftet.
Auch zu starkes Feilen kann Substanz kosten
Beim Abtragen einer Gelmodellage ist Erfahrung entscheidend.
Professionelle elektrische Fräser können Material sehr kontrolliert und schnell entfernen. Wird jedoch zu lange oder mit zu viel Druck auf derselben Stelle gearbeitet, kann der Naturnagel erreicht werden.
Eine Untersuchung verschiedener Nageldekorationstechniken kam zu dem Ergebnis, dass mechanisches Bearbeiten mit Feile und Fräser besonders deutliche Veränderungen an der Nagelplatte verursachen kann.
Das Problem ist einfach: Abgefeiltes Keratin wächst nicht zurück an seine ursprüngliche Stelle.
Ist die Platte dünner geworden, muss neue Nagelsubstanz von der Nagelwurzel nach vorne wachsen.
Gerade nach einer Saison mit mehreren Maniküren sollte deshalb nicht versucht werden, sämtliche kleinen Unebenheiten der Naturnägel durch intensives Polieren „schön“ zu schleifen. Damit wird lediglich weitere Substanz entfernt.
Aceton ist wirksam, aber austrocknend
Soak-off-Gel und Shellac lassen sich meist mit Aceton entfernen.
Das ist nicht grundsätzlich falsch. Aceton ist sogar eine der effektivsten Methoden, entsprechende Beschichtungen zu lösen. Dermatologen empfehlen bei geeigneten Systemen eher kontrolliertes Einweichen als Abziehen oder aggressives Abfeilen.
Aceton löst allerdings auch Fette aus Nagel und Haut.
Nach der Behandlung können Nägel deshalb vorübergehend trocken, rau oder spröde wirken. Auch die Haut um den Nagel kann spannen.
Die Kontaktfläche sollte möglichst klein bleiben. Statt ganze Hände in Aceton einzutauchen, lässt sich der Entferner gezielt mit getränkten Pads auf die Nägel bringen.
Der wichtigste Punkt ist Geduld.
Ist die Beschichtung nach der vorgesehenen Einwirkzeit noch fest, sollte sie nicht mit Gewalt abgeschabt werden. Je nach Produkt ist weiteres Einweichen oder eine fachgerechte Entfernung sinnvoller.
Video: Shellac geduldig statt gewaltsam entfernen
Nägel müssen in der Pause nicht „atmen“
Zu Gel- und Acrylnägeln hält sich ein hartnäckiger Satz: Naturnägel müssten zwischendurch Luft bekommen.
Biologisch ist das missverständlich.
Die Nagelplatte atmet nicht. Sie besteht aus verhornten Zellen und wird nicht dadurch gesünder, dass Sauerstoff von oben auf die Oberfläche gelangt.
Trotzdem kann eine Lackpause sehr sinnvoll sein.
Der Vorteil entsteht durch etwas anderes: Während dieser Zeit entfallen Anrauen, UV-Lack, wiederholtes Entfernen, Aceton, Fräsen und erneutes Modellieren.
Die Pause ist also weniger eine „Atempause“ als eine mechanische und chemische Entlastung.
Wie lange sollte die Pause dauern?
Eine starre Zahl gibt es nicht.
Die American Academy of Dermatology empfiehlt zwischen Gel-Maniküren eine Lackpause von etwa ein bis zwei Wochen oder länger. Bei sichtbar geschädigten Nägeln kann deutlich mehr Zeit sinnvoll sein.
Entscheidend ist der Ausgangszustand.
Bei weitgehend gesunden Nägeln kann bereits eine kurze Pause helfen, Nagel und Nagelhaut intensiv zu pflegen und den Zustand ohne Beschichtung zu kontrollieren.
Bei trockenen oder leicht splitternden Nägeln sind mehrere Wochen ohne Gel häufig sinnvoll.
Bei sehr dünnen, schmerzempfindlichen oder deutlich abgefeilten Nägeln reicht eine kurze Pause nicht aus, um die beschädigte Platte verschwinden zu lassen. Sie muss herauswachsen.
Ein Fingernagel benötigt ungefähr vier bis sechs Monate, bis er vollständig erneuert ist. Das bedeutet nicht, dass so lange keinerlei Nagellack getragen werden darf. Es erklärt jedoch, weshalb stark beschädigte Bereiche nicht nach einer Woche wieder „repariert“ aussehen können.
Pflege kann schützen, aber fehlende Nagelsubstanz nicht zurückzaubern
Nagelöle, Cremes und Pflegelacke können durchaus sinnvoll sein. Ihre Möglichkeiten werden jedoch häufig überschätzt.
Eine weggefeilte Keratinschicht lässt sich nicht durch ein Öl wieder aufbauen.
Pflege kann stattdessen die vorhandene Nagelplatte und die umgebende Haut geschmeidiger halten. Das reduziert Trockenheit und kann verhindern, dass spröde Spitzen so leicht weiter einreissen.
Dermatologen empfehlen zwischen Gel-Maniküren regelmässig rückfettende Produkte auf Nägel und Nagelhaut aufzutragen. Auch einfache fettreiche Pflege wie Vaseline kann den Feuchtigkeitsverlust begrenzen.
Für einen strapazierten Nagel ist das ein realistisches Ziel: nicht künstlich „reparieren“, sondern schützen, bis weniger belastete Nagelsubstanz nachgewachsen ist.
Öl und Handcreme erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Nagelöl eignet sich besonders für die Nagelhaut, die seitlichen Nagelfalze und trockene Nagelplatten.
Eine kleine Menge kann mehrmals täglich einmassiert werden. Entscheidend ist weniger ein exotischer Wirkstoff als die Regelmässigkeit.
Handcreme pflegt zusätzlich die Haut der gesamten Hand und Fingerspitzen.
Gerade nach Aceton kann eine reichhaltigere Creme angenehm sein. Sinnvoll sind Formulierungen mit rückfettenden und feuchtigkeitsbindenden Bestandteilen.
Ein ähnlicher Ansatz steht auch hinter moderner Hand- und Nagelpflege mit Ölen und Feuchtigkeitspflege: Nicht spektakuläre Einzelbehandlungen, sondern regelmässiger Schutz hält Haut und Nagelrand geschmeidig.
Kurze Nägel sind während der Regeneration praktischer
Sehr dünne Nägel profitieren meist davon, vorübergehend kürzer getragen zu werden.
Der Grund ist mechanisch.
Je länger die freie Nagelspitze ist, desto grösser ist die Hebelwirkung im Alltag. Ein weicher Nagel biegt sich beim Öffnen einer Dose, Tippen, Anziehen oder Greifen stärker und kann an bereits geschädigten Stellen weiter einreissen.
Eine kurze, leicht abgerundete Form bleibt seltener hängen.
Die Kanten sollten mit einer feinen Feile geglättet werden. Starkes Hin- und Herfeilen mit grober Körnung ist bei splitternden Nägeln wenig hilfreich.
Für die Zeit nach der Gel-Maniküre bietet sich deshalb ein bewusst schlichter Look an. Auch ein Ratgeber über unterschiedliche Nagelformen und alltagstaugliche Naturnägel zeigt, dass gepflegte Nägel keineswegs lang oder aufwendig modelliert sein müssen.
Die Nagelhaut sollte in Ruhe gelassen werden
Nagelhaut wird bei einer perfekten Maniküre gern als störend betrachtet.
Biologisch erfüllt sie jedoch eine wichtige Funktion. Sie dichtet den Übergang zwischen Nagelplatte und Haut ab und hilft dabei, die darunterliegende Wachstumszone vor Keimen zu schützen.
Aggressives Abschneiden oder tiefes Zurückschieben kann kleine Verletzungen erzeugen.
Während einer Regenerationsphase ist deshalb Zurückhaltung sinnvoll.
Trockene Nagelhaut kann eingeölt und vorsichtig gepflegt werden. Starkes Schneiden ist für schöne Naturnägel nicht erforderlich.
Wasser ist für brüchige Nägel nicht immer harmlos
Trockenheit klingt zunächst so, als müsste möglichst viel Wasser helfen.
Bei Nägeln funktioniert das nicht ganz so einfach.
Die Nagelplatte kann Wasser aufnehmen und quillt dabei leicht auf. Beim anschliessenden Trocknen zieht sie sich wieder zusammen. Häufige Wechsel zwischen nass und trocken können die Schichtung der Nagelplatte zusätzlich beanspruchen.
Besonders betroffen sind Hände, die häufig gespült, gereinigt oder lange im Wasser gehalten werden.
Bei Hausarbeit mit viel Wasser oder Reinigungsmitteln helfen deshalb Handschuhe.
Das gilt auch in der Nagelpause. Eine gute Pflege verliert einen Teil ihres Nutzens, wenn die Hände anschliessend eine Stunde ohne Schutz in Spülwasser und Reinigungsmittel verbringen.
Ein Schutzlack kann sinnvoll sein, muss aber nicht
Eine Nagelpause bedeutet nicht zwingend, dass über Wochen überhaupt kein Lack verwendet werden darf.
Sind die Nägel nicht schmerzhaft oder stark geschädigt, kann ein klassischer transparenter oder farbiger Nagellack eine optische Alternative sein. Die American Academy of Dermatology nennt traditionellen Nagellack ausdrücklich als mögliche Alternative zu Gel.
Der Vorteil: Zur Entfernung sind weder intensives Anrauen noch ein erneutes Aushärten unter der Lampe notwendig.
Allerdings kann auch häufig verwendeter Nagellackentferner trockene Nägel weiter beanspruchen.
Eine tatsächliche Pause von allen Lacken ist deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn bereits deutliche Trockenheit und Schichtung sichtbar sind.
Nagelhärter sind nicht automatisch die wichtigste Lösung
Bei weichen Nägeln klingt ein Nagelhärter zunächst logisch.
Doch „härter“ bedeutet nicht automatisch „gesünder“.
Ein sehr spröder Nagel kann durch zusätzliche Härte sogar leichter brechen, wenn ihm Elastizität fehlt. Zudem unterscheiden sich Nagelhärter erheblich in ihrer Zusammensetzung.
Bei ausgedünnten Nägeln ist deshalb zuerst eine einfache Strategie sinnvoll:
- Nägel kurz halten;
- raue Kanten sanft glätten;
- Nagel und Nagelhaut regelmässig rückfetten;
- Wasser und Reinigungsmittel reduzieren;
- keine neue Modellage auf geschädigte Bereiche setzen;
- nicht buffern, bis die Oberfläche vermeintlich perfekt aussieht.
Ein transparenter Schutzlack kann bei Bedarf später hinzukommen.
Biotin und Nahrungsergänzung: mehr ist nicht automatisch besser
Brüchige Nägel führen schnell zur nächsten Frage: Fehlen Vitamine?
Das ist möglich, aber keineswegs die häufigste Erklärung direkt nach dem Entfernen einer Gel-Maniküre.
Wenn zehn Fingernägel unmittelbar nach intensivem Abfeilen dünn wirken, ist eine mechanische Ursache deutlich naheliegender als plötzlich auftretender Vitaminmangel.
Biotin wird besonders häufig für Haare und Nägel beworben. Ein Mangel ist jedoch selten. Die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass die Datenlage für zusätzliche Biotinpräparate bei Menschen ohne Mangel begrenzt ist.
Hohe Biotindosen können ausserdem bestimmte medizinische Laboruntersuchungen verfälschen.
Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nicht reflexartig zur Standardtherapie für Nägel nach Gel oder Shellac werden.
Vier Wochen weniger Belastung: ein realistischer Pflegeplan
Bei leicht bis mässig strapazierten Nägeln kann eine einfache Routine ausreichen.
Woche 1: Ruhe hineinbringen
Die Beschichtung wird vollständig und möglichst schonend entfernt.
Die Nägel werden kurz gehalten und scharfe Kanten sanft gefeilt. Nagelöl oder eine reichhaltige Pflege kommt mehrmals täglich auf Nagel und Nagelhaut.
Auf Buffern, Polieren und neue Gelprodukte wird verzichtet.
Woche 2: Schutz im Alltag
Die Pflege läuft weiter.
Bei Spülen, Putzen und längerer Wasserarbeit werden Handschuhe getragen. Splitternde Stellen werden nicht abgezogen, sondern vorsichtig gekürzt und geglättet.
Ist die Nageloberfläche ruhig und stabil, kann bei Bedarf ein dünner klassischer Schutzlack verwendet werden.
Woche 3 und 4: Wachstum beobachten
Nun zeigt sich häufig bereits am Nagelansatz eine glattere, weniger bearbeitete Zone.
Die geschädigten Bereiche wandern langsam Richtung Nagelspitze.
Sind die Nägel noch sehr weich, schmerzempfindlich oder stark schuppig, spricht wenig dafür, bereits wieder Gel aufzutragen.
Die Pause kann problemlos verlängert werden.
Warum eine neue Gel-Schicht keine Reparatur ist
Ein dünner Naturnagel lässt sich mit Gel optisch sofort wieder glatt und stabil erscheinen.
Das ist verführerisch.
Die Beschichtung macht die darunterliegende Nagelplatte jedoch nicht dicker. Sie stabilisiert sie lediglich von aussen.
Muss diese neue Schicht einige Wochen später wieder entfernt werden, folgt erneut eine Phase mit Feilen, Fräsen oder Aceton.
Bei bereits geschädigten Nägeln kann dadurch ein Kreislauf entstehen: Die Modellage kaschiert den Schaden, ihre Entfernung belastet die Platte erneut und die nächste Modellage wird aufgetragen, weil der Naturnagel danach noch schlechter aussieht.
Eine echte Pause unterbricht genau diesen Ablauf.
Wann Gel oder Shellac wieder infrage kommen
Nicht jeder Nagel muss monatelang naturbelassen bleiben.
Eine Rückkehr ist eher vertretbar, wenn die Nägel:
- nicht mehr schmerzempfindlich sind;
- nicht sichtbar in mehreren Schichten abblättern;
- keine offenen oder entzündeten Stellen besitzen;
- nicht vom Nagelbett abgehoben sind;
- eine ausreichend stabile Oberfläche zeigen.
Beim nächsten Termin kann ausserdem die Entfernungsmethode bereits vor dem Auftragen geklärt werden.
Bei empfindlichen Nägeln sind Systeme interessant, die sich kontrolliert ablösen lassen, ohne den Naturnagel vollständig abzufeilen.
Wichtig bleibt jedoch: Auch ein Soak-off-System ist nicht automatisch schonend, wenn es anschliessend abgekratzt oder abgezogen wird.
Beim nächsten Gel-Termin auch an die Haut denken
Gel-Maniküren werden unter UV- oder LED-Lampen ausgehärtet.
Auch LED-Nagellampen emittieren überwiegend UVA-Strahlung, wenn auch meist für relativ kurze Zeiten.
Die American Academy of Dermatology empfiehlt vor Gel-Maniküren einen wasserfesten Breitband-Sonnenschutz mit mindestens SPF 30 auf den Händen. Eine Alternative sind dunkle, undurchsichtige fingerlose Handschuhe, die nur die Nägel freilassen.
Die Nagelhaut sollte zudem nicht entfernt werden.
Gerade nach einer Regenerationsphase wäre es wenig sinnvoll, die natürliche Schutzbarriere beim ersten neuen Termin stark zurückzuschneiden.
Nicht jede Nagelveränderung kommt von der Maniküre
Ein zeitlicher Zusammenhang kann täuschen.
Brüchige oder veränderte Fingernägel können viele Ursachen haben. Häufiger Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln spielt eine Rolle, ebenso Hauterkrankungen oder Infektionen.
Auch Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen und verschiedene andere gesundheitliche Probleme können Nagelveränderungen verursachen.
Eine medizinische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn:
- nur ein einzelner Nagel auffällig verändert ist;
- ein Nagel sich vom Nagelbett löst;
- starke Schmerzen auftreten;
- die Haut um den Nagel gerötet, warm oder geschwollen ist;
- grünliche, gelbe oder dunkle Verfärbungen neu auftreten;
- sich die Veränderungen trotz längerer Pause nicht bessern;
- deutliche Nagelveränderungen ohne vorherige Maniküre entstehen.
Dann sollte nicht einfach eine neue Modellage darübergesetzt werden.
Die beste Regeneration ist erstaunlich unspektakulär
Nach einem Sommer mit Hochzeiten, Ferien und langlebigen Maniküren muss der Übergang zum Naturnagel nicht perfekt aussehen.
Ein paar Wochen mit kürzeren Nägeln, sichtbaren Rillen und weniger Hochglanz können sogar die vernünftigste Beauty-Entscheidung sein.
Die wichtigsten Massnahmen kosten wenig: Beschichtungen nicht abreissen, den Naturnagel nicht dünner feilen, Nagelhaut schonen, regelmässig Öl oder Creme verwenden und die Hände bei Wasser- und Reinigungsarbeiten schützen.
Vor allem braucht die Nagelplatte Zeit.
Eine Creme kann trockene Nägel geschmeidiger machen. Ein Öl kann die Oberfläche rückfetten. Ein Schutzlack kann mechanisch stabilisieren. Keine dieser Massnahmen kann jedoch bereits verlorene Nagelschichten wieder ankleben.
Die eigentliche Erholung findet deshalb langsam an der Nagelwurzel statt: Dort wächst neue Nagelplatte nach.
Eine Pause von Gel und Shellac ist genau dann sinnvoll, wenn sie diesem neuen Nagel ermöglicht, möglichst unbelastet nach vorne zu wachsen.
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