Mondspektakel über der Schweiz: Fast der ganze Vollmond verschwindet
von belmedia Redaktion -schweizweit Magazine nachrichtenticker.ch Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Verbreitung wetter24.ch Wettereinsätze
Frühaufsteherinnen und Frühaufsteher konnten am Freitagmorgen über der Schweiz ein besonderes Himmelsschauspiel verfolgen: Der Vollmond tauchte tief in den Schatten der Erde ein. Die partielle Mondfinsternis vom 28. August 2026 war ungewöhnlich ausgeprägt – beim Maximum befanden sich rund 96 Prozent der sichtbaren Mondscheibe im Kernschatten der Erde. Zu einer totalen Mondfinsternis fehlte damit nur wenig.
Das astronomische Ereignis begann bereits um 03.23 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Diese erste Phase war mit blossem Auge zunächst nur schwer wahrnehmbar. Deutlich spektakulärer wurde es ab etwa 04.34 Uhr, als der Mond in den dunkleren Kernschatten eintrat.
Seinen Höhepunkt erreichte das Ereignis gegen 06.13 Uhr Schweizer Zeit. Allerdings stand der Mond zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief über dem westlichen bis südwestlichen Horizont. Wer freie Sicht Richtung Westen hatte, war deshalb klar im Vorteil.
96 Prozent der Mondscheibe im Erdschatten
Nach Berechnungen der NASA lagen beim Maximum rund 96,3 Prozent der sichtbaren Mondscheibe innerhalb des Kernschattens. Die sogenannte umbrale Magnitude betrug 0,93. Damit handelte es sich um eine sehr tiefe partielle Mondfinsternis.
In Zürich stand der Mond beim Maximum nur noch rund 4,5 Grad über dem Horizont und ging gegen 06.46 Uhr unter. In der Westschweiz blieb er etwas länger sichtbar. Deshalb konnte die spätere Phase der Finsternis von der Schweiz aus nicht mehr vollständig beobachtet werden.
Warum wird der Mond teilweise rot?
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Linie stehen und die Erde zwischen Sonne und Mond liegt. Der Mond bewegt sich dabei durch den Schatten unseres Planeten.
Ganz schwarz wird der verdunkelte Bereich trotzdem nicht. Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre gebrochen und teilweise in den Erdschatten gelenkt. Kurzwelliges blaues Licht wird stärker gestreut, während vor allem rötliche und orangefarbene Wellenlängen bis zum Mond gelangen können.
Dadurch kann der verdunkelte Teil der Mondoberfläche kupferfarben oder dunkelrot erscheinen. Bei einer totalen Mondfinsternis entsteht der bekannte sogenannte «Blutmond». Am Freitag blieb ein schmaler Teil des Mondes ausserhalb des Kernschattens und wurde weiterhin direkt von der Sonne beleuchtet.
Keine Schutzbrille notwendig
Anders als bei einer Sonnenfinsternis lässt sich eine Mondfinsternis völlig gefahrlos mit blossem Auge beobachten. Auch Ferngläser und Teleskope können ohne speziellen Sonnenfilter eingesetzt werden. Bei einer Sonnenfinsternis ist dies anders: Welche Sicherheitsregeln dort gelten, zeigt der Belmedia-Bericht über die sichere Beobachtung einer Sonnenfinsternis in der Schweiz.
Entscheidend für die Beobachtung waren diesmal vielmehr ein möglichst freier Horizont und das Wetter. Da der Mond während der interessantesten Phase bereits sehr tief stand, konnten Berge, Häuser oder Wolken die Sicht rasch verdecken.
Nächste totale Mondfinsternis lässt auf sich warten
Die partielle Mondfinsternis vom 28. August war die letzte Mondfinsternis des Jahres 2026. Am 20. Februar 2027 folgt eine deutlich unscheinbarere Halbschattenfinsternis.
Auf eine von der Schweiz aus sichtbare totale Mondfinsternis muss länger gewartet werden. Die nächste Gelegenheit bietet sich am 31. Dezember 2028. Bis dahin dürfte die beinahe vollständige Verdunkelung des Mondes an diesem Augustmorgen eines der eindrücklichsten astronomischen Ereignisse bleiben, die 2026 über der Schweiz zu beobachten waren.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild