Sturmgefahr in der Schweiz: Kaltfront bringt Hagel und Gewitter
von belmedia Redaktion -schweizweit Draussen Magazine nachrichtenticker.ch Natur Natur & Umwelt News Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Unwetter Verbreitung wetter24.ch Wetterbericht Wettereinsätze
Die Schweiz steht am Freitag vor einer markanten Wetterumstellung. Eine Kaltfront verdrängt die schwül-warme Luft und bringt in mehreren Regionen kräftige Gewitter, Starkregen, Hagel und stürmische Windböen. Besonders aufmerksam beobachtet wird die Lage auf der Alpennordseite, im Alpenraum und im Tessin. Nicht überall wird es gleich heftig – einzelne Gewitter können lokal jedoch deutlich stärker ausfallen.
Die Kaltfront erreichte am Freitagmorgen zunächst den Jura und zieht im Tagesverlauf weiter über die Schweiz. Damit nimmt die Gewitterneigung von Westen her deutlich zu. Bis zum Abend werden weite Teile des Landes von der Front erfasst.
Im Vorfeld sorgte bereits kräftiger Föhn für turbulentes Wetter in den Alpen. In den Tälern waren Böen im Bereich von 60 bis 90 km/h möglich, auf exponierten Gipfeln konnten Werte bis gegen 130 km/h erreicht werden.
Hagel und Sturmböen möglich
Die grösste Unsicherheit liegt bei den Gewittern selbst. Wo sich besonders kräftige Zellen entwickeln, können neben intensivem Regen auch Hagel und starke Windböen auftreten. Solche Gewitter sind kleinräumig und lassen sich auch wenige Stunden im Voraus nicht exakt lokalisieren.
MeteoSchweiz weist generell darauf hin, dass heftige Gewitter lokal Böen von 90 bis 120 km/h, mehrere Zentimeter grosse Hagelkörner und innerhalb kurzer Zeit grosse Regenmengen bringen können. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Werte am Freitag flächendeckend erreicht werden.
Im Süden drohen grosse Regenmengen
Besonders aufmerksam muss die Entwicklung auf der Alpensüdseite verfolgt werden. Dort können mehrere Gewitter nacheinander über dieselben Regionen ziehen. Dadurch steigt die Gefahr, dass lokal innerhalb relativ kurzer Zeit grosse Niederschlagsmengen zusammenkommen.
Auch in angrenzenden Bündner Regionen vom Val Medel über das Valsertal bis ins Avers sind kräftige Niederschläge möglich. Bei intensivem Starkregen können kleinere Bäche rasch anschwellen, Keller oder Unterführungen volllaufen und an steilen Hängen Rutschungen auftreten.
Trockenheit erhöht Gefahr durch Äste
Eine Besonderheit der aktuellen Lage ist der vorausgegangene sehr trockene Sommer. Viele Bäume sind durch die lange Trockenheit geschwächt und tragen gleichzeitig noch ihr vollständiges Laub. Kräftige Böen treffen damit auf eine grosse Angriffsfläche.
Abbrechende Äste oder einzelne umstürzende Bäume können deshalb auch dort ein Problem werden, wo kein aussergewöhnlicher Sturm auftritt. Wälder und stark baumbestandene Bereiche sollten während kräftiger Gewitter möglichst gemieden werden. Lose Gegenstände auf Balkonen und Terrassen sollten rechtzeitig gesichert werden.
Lage kann sich schnell verändern
Entscheidend ist am Freitag das sogenannte Nowcasting. Radar-, Blitz- und Satellitendaten zeigen laufend, wo neue Gewitter entstehen und welche Zugbahn sie nehmen. Konkrete Gewitterwarnungen können deshalb teilweise erst sehr kurzfristig ausgegeben werden.
Einen aktuellen Überblick über Gewitter, Wind und die deutliche Abkühlung in der Schweiz bietet auch ein aktueller Beitrag im Belmedia-Netzwerk.
Nach Durchzug der Kaltfront wird die schwül-warme Luft zunehmend ausgeräumt. Bis dahin bleibt die Wetterlage jedoch wechselhaft und regional auch turbulent. Wer unterwegs ist oder Aktivitäten im Freien plant, sollte deshalb die aktuellen Warnungen von MeteoSchweiz regelmässig kontrollieren und bei herannahenden Gewittern frühzeitig einen geschützten Ort aufsuchen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild