Wohnungsmarkt Schweiz 2026: Wohnungen knapp, Mieten steigen weiter
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag bauenaktuell.ch business24.ch businessaktuell.ch familie.ch Haus Haus, Garten & Einrichtung hometipp.ch Immobilien Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Städte Themen umzugstipps.com Verbreitung Wohnen wohnenaktuell.ch Wohnräume Wohnzimmer
Eine bezahlbare Wohnung zu finden, bleibt in der Schweiz auch 2026 schwierig. Besonders in Städten und wirtschaftlich starken Regionen ist das Angebot knapp. Gleichzeitig steigen sowohl Angebotsmieten als auch die Preise für Wohneigentum weiter. Wer heute umzieht, spürt die angespannte Lage oft stärker als Personen, die bereits seit Jahren in derselben Wohnung leben.
Die jüngsten Marktdaten zeigen die Entwicklung deutlich. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Angebotsmieten in der Schweiz gemäss UBS 2,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Bestandsmieten stiegen im gleichen Zeitraum um 1,1 Prozent.
Noch kräftiger entwickelten sich die Preise für Wohneigentum. Häuser und Eigentumswohnungen kosteten im zweiten Quartal durchschnittlich 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Zu wenige Wohnungen auf dem Markt
Einer der wichtigsten Gründe für den Preisdruck ist das knappe Angebot. Die aktuellsten landesweit verfügbaren offiziellen Leerstandszahlen des Bundesamtes für Statistik stammen vom 1. Juni 2025. Damals standen schweizweit nur noch 48’455 Wohnungen leer. Das entsprach einer Leerwohnungsziffer von genau 1,0 Prozent.
Der Rückgang hält bereits seit mehreren Jahren an. Gegenüber 2024 verringerte sich die Zahl der Leerwohnungen nochmals um 3’519 Einheiten beziehungsweise 6,8 Prozent. Besonders knapp ist das Angebot bei Mietwohnungen: 2025 waren noch 37’194 leer stehende Wohnungen zur Miete ausgeschrieben – acht Prozent weniger als im Vorjahr.
Wie unterschiedlich sich Preise, Wohnungsmangel und Entwicklungschancen innerhalb des Landes inzwischen präsentieren, zeigt auch der Belmedia-Hintergrundbericht über den Schweizer Immobilienmarkt 2026 und die grossen regionalen Preisunterschiede.
Zürich, Zug und Genf besonders angespannt
Die Unterschiede innerhalb der Schweiz sind beträchtlich. Im Kanton Genf lag die Leerwohnungsziffer zuletzt bei lediglich 0,34 Prozent, in Zug bei 0,42 Prozent und im Kanton Zürich bei 0,48 Prozent.
In einzelnen Städten ist die Situation noch drastischer. Die Stadt Zürich kam zuletzt auf rund 0,1 Prozent. Auch Thun, Visp oder Glarus Nord wiesen extrem tiefe Werte auf. Wer dort eine passende Wohnung sucht, konkurriert entsprechend mit zahlreichen anderen Interessenten.
Umziehen kann teuer werden
Diese Knappheit erklärt auch, weshalb der Unterschied zwischen bestehenden und neu ausgeschriebenen Mietverhältnissen zunehmend wichtig wird. Wer lange in derselben Wohnung lebt, bezahlt häufig deutlich weniger als jemand, der heute eine vergleichbare Wohnung neu mieten muss.
Die Konsequenz ist ein zunehmend unbeweglicher Wohnungsmarkt. Haushalte bleiben teilweise in Wohnungen, die eigentlich nicht mehr optimal zu ihrer Lebenssituation passen, weil ein Wechsel mit deutlich höheren Wohnkosten verbunden wäre.
Auch Eigentum wird nicht günstiger
Eine schnelle Entspannung durch einen Wechsel ins Wohneigentum ist ebenfalls nicht in Sicht. Trotz der hohen Immobilienpreise bleibt die Nachfrage robust. Die UBS stuft das Risiko einer Immobilienblase derzeit zwar weiterhin lediglich als moderat ein. Eine grössere Preiskorrektur erwartet die Bank kurzfristig jedoch nicht.
Damit dürfte der Schweizer Wohnungsmarkt angespannt bleiben. Bevölkerungswachstum und hohe Nachfrage treffen vielerorts auf ein Wohnungsangebot, das nicht schnell genug wächst. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet dies weiterhin hohe Konkurrenz bei ausgeschriebenen Wohnungen – und für Käufer bleiben die Einstiegshürden ebenfalls hoch.
Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre lautet deshalb weniger, ob in der Schweiz grundsätzlich gebaut wird, sondern ob genügend zusätzliche Wohnungen dort entstehen, wo die Nachfrage besonders gross ist.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild: KI-Bild